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Erwachsen werden im Glauben
Die boomenden Pfingstkirchen, die vor allem Emotionen ansprechen, sind mir suspekt, sagt der deutsch-brasilianische Befreiungstheologe Paulo Suess. Das ist wie bei Zirkuspferden – Sie laufen im Kreis herum, aber kommen nicht in die konkrete Geschichte hinein. Sie rufen die Leute zusammen und sagen ihnen: "Kommt zu uns! Hier könnt ihr euren Alltag vergessen." Das ist keine Erwachsenenbildung. Das ist Erwachsene zu Kindern zu machen. Das ist Kirche als Opium für das Volk, die wir uns nicht mehr leisten können, weil das Volk Not leidet, sagt Paulo Suess.
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Das einzig Angemessene
In einer Talkshow in New York, berichtet Klaus Mertes, saßen unter anderen ein alter Kampfgefährte von Martin Luther King sowie ein junger, weißer Rassist aus dem Umfeld des Ku-Klux-Clans. Der junge Mann behauptete steif und fest, dass Schwarze eine niedriger entwickelte Form von Menschen seien, in der Evolution zu verorten irgendwo zwischen Mensch und Affe. Die Runde diskutierte kontrovers über diese Behauptung. Es war gespenstisch. Der Einzige, der zu dieser These nichts sagte, war der Schwarze. Aber man konnte spüren, wie verletzt er war – nicht nur über die Behauptung, sondern auch darüber, dass sie überhaupt als diskussionswürdiger Beitrag zugelassen wurde. Schließlich tat er das einzig Angemessene: Er stand auf, trat vor den jungen Mann in Lederklamotten, gab ihm eine schallende Ohrfeige und verließ den Raum.
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