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18.09.2009  


Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth

Ökumene nach Auschwitz

Zum Verhältnis von Christen und Juden in Deutschland

ELBOS Studientag

"Du wirst überleben und erzählen, was mit uns geschehen ist." Diese Worte ihrer Mutter im Konzentrationslager Auschwitz haben Erna de Vries ihr Leben lang begleitet. Sie sind der 85jährigen Jüdin aus Lathen Verpflichtung bei den Lebensbilderabenden im Marstall davon zu erzählen. Nicht als "Rache, Vergeltung und Abrechnung mit der Vergangenheit", sondern als "Mahnung und Hoffnung auf eine friedliche Zukunft". Wer einen solchen Lebensbilderabend besucht hat, steht entsetzt und fassungslos vor der menschenverachtenden Leugnung des "Holocaust" der letzten Monate.

Es war der in den unmittelbaren Nachbarschaft von Auschwitz aufgewachsen Papst Johannes Paul II, der festgestellt hat, dass es in der katholischen Kirche keine Judenmission mehr gäbe. "Wir Christen kommen niemals mehr hinter Auschwitz zurück; über Auschwitz hinaus aber kommen wir, genau besehen, nicht mehr allein, sondern nur noch mit den Opfern von Auschwitz", sagt Johann Baptist Metz. Deswegen kann es nach Auschwitz keine Ökumene mehr ohne die Juden, ohne "unsere älteren Schwestern und Brüder im Glauben" geben.

Darüber wollen wir nach dem Lebensbild von Frau Erna de Vries mit dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Osnabrück, Herrn Michael Grünberg, der Vorsitzenden der Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit, Frau Ruth de Vries und der Beauftragten für den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen im Bistum Osnabrück, Frau Regina Wildgruber ins Gespräch kommen.

"Jüdisch-christlicher Dialog im Eingedenken von Auschwitz heißt für uns Christen zunächst: Nicht wir haben das erste Wort, nicht wir eröffnen diesen Dialog. Opfern bietet man keinen Dialog an. Zu einem Gespräch kann es nur kommen, wenn die Opfer selbst zu sprechen beginnen. Und dann ist es unsere erste Christenpflicht, zuzuhören, endlich einmal zuzuhören, dem, was Juden von sich selbst und über sich selbst sagen." (Johann Baptist Metz)

Termin:  Do., 24.09.09, 9.30 - 18.00 Uhr

 

Kosten:  18,00 Euro

 

ELBOS:   Studientag für PastoralreferentInnen aus der Region Emsland, Grafschaft Bentheim und Ostfriesland

 

Referenten:   Erna de Vries, Überlebende von Auschwitz

Michael Grünberg,

Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, Osnabrück

Ruth de Vries,

Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit, Osnabrück

Regina Wildgruber,

Beauftragte für den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen im Bistum Osnabrück

 

Anmeldungen: telefonisch unter 05952 / 207-0

oder per e-mail: info@marstall-clemenswerth.de

 

 

 

Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth

"AUSSERGEWÖHNLICH"

Fotoausstellung

Der Elterntreff "Kinder mit Down-Syndrom" hat eine beeindruckende Ausstellung auf den Weg gebracht, zu der wir Sie sehr herzlich einladen.

"Jeder ist von unserem Schöpfer gewollt und geliebt. Diese Botschaft ist Grund einer großen Hoffnung, die unseren Glauben mit trägt. Allerdings sehen wir uns auch mit Wunschvorstellungen konfrontiert vom perfekten und gesunden Menschen in einer leidfreien Gesellschaft. Gegen diesen unrealistischen und letztlich gefährlichen Traum setzen wir die Hoffnungsbotschaft Jesu Christi, der gerade auf der Seite der Schwachen und Leidenden steht."

(Geleitwort zur Ausstellung von Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Osnabrück)

Termin:  Mittwoch, 23.09.2009 bis

Freitag, 09. Oktober 2009

 

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 23. September 2009, 18.00 Uhr

 

Anmeldungen: telefonisch unter 05952 / 207-0

oder per e-mail: info@marstall-clemenswerth.de

 

Flyer 389 KB)

 

 

Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth

Downloads und Links

Gefährliche Erinnerung und Soziale Arbeit

Mit seinem Vortrag über den Stellenwert der Biographie in der Sozialen Arbeit bei der Jahrestagung der Katholischen Jugendsozialarbeit im Marstall ging es Generalvikar Theo Paul nicht darum, der "biographischen Welle" und "fabulierfreudigen Ausbreitung von privaten Lebensgeschichten" das Wort zu reden, sondern um "gefährliche Erinnerung". Gefährlich ist die Erinnerung, weil sie den Zauberkreis herrschenden Bewusstseins durchbricht. Sie reklamiert unausgestandene verdrängte Konflikte und unabgegoltene Hoffnungen. Sie hält gegen die herrschenden Einsichten früher gemachte Erfahrungen hoch und entsichert damit die Selbstverständlichkeit der Gegenwart. Sie mobilisiert Tradition als kritisch-befreiende Potenz gegenüber der Sicherheit jener, deren Stunde immer da ist.

 

Mehr unter: www.marstall-clemenswerth.de/downloads.html

 

 

Das Sterben darf nicht dem Boulevard überlassen bleiben

Der Regisseur und Performancekünstler Christoph Schlingensief hat sein Leben lang provoziert, verstört, das Publikum gespalten. Als er Anfang 2008 an Lungenkrebs erkrankt, steht für ihn die Marke Schlingensief, das Produkt das funktioniert ganz grundsätzlich zur Disposition: "Was erzählst du damit eigentlich? Was willst du damit denn mitteilen? Es muss ein größerer Gedanke doch in einem sein, der fragt: Was ist aus dir geworden? Was hast du eigentlich gemacht hier?"

 

Mehr unter: www.marstall-clemenswerth.de/links.html

 

 

 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter:

www.marstall-clemenswerth.de