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"Du wirst überleben und erzählen, was mit uns geschehen ist." Diese Worte ihrer Mutter im Konzentrationslager Auschwitz haben Erna de Vries ihr Leben lang begleitet. Sie sind der 85jährigen Jüdin aus Lathen Verpflichtung bei den Lebensbilderabenden im Marstall davon zu erzählen. Nicht als "Rache, Vergeltung und Abrechnung mit der Vergangenheit", sondern als "Mahnung und Hoffnung auf eine friedliche Zukunft". Wer einen solchen Lebensbilderabend besucht hat, steht entsetzt und fassungslos vor der menschenverachtenden Leugnung des "Holocaust" der letzten Monate.
Es war der in den unmittelbaren Nachbarschaft von Auschwitz aufgewachsen Papst Johannes Paul II, der festgestellt hat, dass es in der katholischen Kirche keine Judenmission mehr gäbe. "Wir Christen kommen niemals mehr hinter Auschwitz zurück; über Auschwitz hinaus aber kommen wir, genau besehen, nicht mehr allein, sondern nur noch mit den Opfern von Auschwitz", sagt Johann Baptist Metz. Deswegen kann es nach Auschwitz keine Ökumene mehr ohne die Juden, ohne "unsere älteren Schwestern und Brüder im Glauben" geben.
Darüber wollen wir nach dem Lebensbild von Frau Erna de Vries mit dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Osnabrück, Herrn Michael Grünberg, der Vorsitzenden der Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit, Frau Ruth de Vries und der Beauftragten für den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen im Bistum Osnabrück, Frau Regina Wildgruber ins Gespräch kommen.
"Jüdisch-christlicher Dialog im Eingedenken von Auschwitz heißt für uns Christen zunächst: Nicht wir haben das erste Wort, nicht wir eröffnen diesen Dialog. Opfern bietet man keinen Dialog an. Zu einem Gespräch kann es nur kommen, wenn die Opfer selbst zu sprechen beginnen. Und dann ist es unsere erste Christenpflicht, zuzuhören, endlich einmal zuzuhören, dem, was Juden von sich selbst und über sich selbst sagen." (Johann Baptist Metz)
Termin: Do., 24.09.09, 9.30 - 18.00 Uhr
Kosten: 18,00 Euro
ELBOS: Studientag für PastoralreferentInnen aus der Region Emsland, Grafschaft Bentheim und Ostfriesland
Referenten: Erna de Vries, Überlebende von Auschwitz
Michael Grünberg,
Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, Osnabrück
Ruth de Vries,
Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit, Osnabrück
Regina Wildgruber,
Beauftragte für den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen im Bistum Osnabrück
Anmeldungen: telefonisch unter 05952 / 207-0
oder per e-mail: info@marstall-clemenswerth.de |