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20.12.2007  


Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth

"Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt"

Johannes (1,14) hat das christliche Geheimnis von der Fleischwerdung des Wortes mit dem hebräischen Gedanken verbunden, dass dieses Wort unter uns wohnt, unter uns "zeltet": Das ist die Sprache der Beduinen, nicht die abstrakte Sprache von Philosophen.

Gott wohnt und so ist er, mitten unter uns. Hat man diesen sympathischen hebräisch-jüdischen Akzent erst einmal wahrgenommen, fällt einem mehr auf. Während wir es gewohnt sind, das Wort, Gott, wie eine übermächtige Wirklichkeit zu empfinden: welterschaffend, menschheitsüberfordernd, steht im Johannes-Prolog noch etwas ganz anderes, etwas Bescheideneres, fast Flehentliches: Dieses Wort ist eine Bitte, eine Bitte an uns um Aufnahme, eine Bitte darum, wohnen zu dürfen inmitten unserer menschlichen Welt, inmitten der unterschiedlichsten Verhältnisse unseres Lebens.

Diese Bitte haben wir auch in diesem Jahr wieder deutlich gehört und bedanken uns für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest

viel Glück und Gottes Segen für das neue Jahr

wünsche ich mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth

 

Michael Strodt

 

 

 

Gott auf Wohnungssuche

 

Unlängst fand ich dieses fiktive Zwiegespräch:

Gott klopft an meine Tür und fragt nach einer Wohnung.

Ich sage: "Ja, ich vermiete günstig."

"Ich will nicht mieten; ich will kaufen", sagt Gott.

"Gut, Sie können hereinkommen und sich einmal umsehen.

Ich könnte Ihnen ein Zimmer geben oder zwei."

"Es gefällt mir", sagt Gott. "Ich nehme die beiden.

Eines Tages können sie sich entschließen, mir mehr zu geben.

Ich kann warten."

"Hm, vielleicht könnte ich Ihnen doch noch ein Zimmer geben,

denn so viel brauche ich ja auch nicht."

"Danke", sagt Gott, "dieses nehme ich dann auch. Ich mag das Haus."

"Ich würde Ihnen ja gern das ganze Haus geben, aber ich weiß nicht so recht ..."

"Denken Sie darüber nach", sagt Gott.

"Ich würde Sie nicht auf die Straße setzen.

Ihr Haus wäre mein Haus.

Und Sie hätten mehr Platz als je zuvor."

"Nun verstehe ich gar nichts mehr."

"Ich weiß", sagt Gott, "aber ich kann es Ihnen nicht erklären.

Sie müssen es selbst herausfinden.

Es wird nur geschehen, wenn Sie mir das ganze Haus geben."

 

 

 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter:

www.marstall-clemenswerth.de