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19.03.2008  


Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth

"Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?"

Was glaubt einer, der solche Fragen stellt? (Lk 24,5) Glaubt er noch an den Gott Jesu Christi, den Gott Abrahams, Isaaks und Jacobs, den Gott der Lebenden und der Toten? Was muss denn geschehen, damit Auferstehung wirklich geglaubt werden kann und eine Umkehr aus der Depression möglich wird? Lässt sich die Ostererfahrung: 'Auferstanden von den Toten', selbst noch einmal zum Leben erwecken und mit einem praktischen, das heißt gelebten Inhalt verbinden?

Zu einem solchen Glauben gehört eine Weggeschichte, es gehört eine Karsamstagserfahrung dazu und eine Sprache, die noch erschrecken und unter diesem Schrecken sich wandeln kann. Wie anders wäre unser Osterglaube von dem Verdacht zu befreien, ihm gehe es gar nicht um die Geschichte Gottes, sondern um einen Mythos. Schließlich würde der, der die Osterbotschaft so hört, dass in ihr der Schrei des gottverlassenen Sohnes vergessen ist, nicht das Evangelium hören, sondern einen Siegermythos.

Die christliche Auferstehungshoffnung unterscheidet sich jedenfalls von der mythologischen gerade darin, dass sie den Menschen in ganz neuer und gegenüber dem Ersten Testament noch verschärfter Weise an sein Leben auf der Erde verweist. Solch ein Glaube muss getan, muss gelebt werden und macht doch immer wieder die Erfahrung, dass er selbst noch einmal durch Ostererfahrungen in Emmaus oder anderswo zum Leben erweckt werden muss.

Viele praktische, geerdete und belebende Ostererfahrungen

wünsche ich mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth

 

Michael Strodt